Hamburger Rathaus

6a Kinder lesen

 
Die aufregende Rathausführung
Entführung
Die Rathausturm-Spinne Rebecca erzählt


Die aufregende Rathausführung

Wir hatten eine Rathausführung gebucht, weil ich einen Zeitungsartikel über das Rathaus schreiben wollte und weil mein Freund von seiner Mutter dazu gezwungen worden war. Wir kamen vor dem Rathaus an und schauten uns das große Gebäude an. Ich hatte es mir irgendwie kleiner vorgestellt. Auf dem Platz vor dem Rathaus stand eine braune Bank. Auf der saßen 5 schwarz gekleidete Männer mit Sonnenbrille und i-Phone. Sie warteten womöglich auf etwas. Egal, ich musste weiter in die große Halle. Dort war schon die Gruppe versammelt.
Der Führer stellte sich vor: „Hi, ich heiße Manfred und bin der Gruppenleiter!“ sagte er und ging die Treppe hoch. Puh! Ich hatte schon befürchtet, dass wir die Treppen hoch gehen würden. Ich hatte ja die Kamera und alles dabei. Der Block ist auch nicht gerade leicht. Der Führer erzählte uns was vom Großen Brand und erklärte uns die ganzen Gemälde, die massenweise im Rathaus zu begutachten waren. Später, ungefähr nach 23 Minuten, kamen wir zum ersten richtig spannenden Teil der Führung. Er sagte uns, dass wir jetzt unheimlich leise sein müssten, weil wir am Büro des Bürgermeisters vorbei gehen würden. Direkt danach sollte es auf die Turmspitze gehen und anschließend würden wir den Bücherturm besichtigen.
Als wir am Büro des Bürgermeisters vorbeikamen, stieß ich lauthals samt der Kamera und dem Notizblock mit dem Bürgermeister zusammen! Alle lachten. Ich ergriff sofort die Chance und fragte Olaf Scholz, ob er mir ein Interview geben würde. Das, was er sagte, ließ mich dann erschrocken zusammenzucken.
Er meinte nämlich: „Kommen Sie mal mit!“
Olaf Scholz und ich gingen die Wendeltreppe hoch. Als wir oben angekommen waren, bewunderten wir beide den Bücherturm, den Hamburgs Grundschüler zusammen gelesen hatten. Er war sehr stolz auf die Kinder, die so viel gelesen haben.
„Jetzt kannst du mir ein paar Fragen stellen bezüglich deines Zeitungsartikels!“ sagte der Bürgermeister. „Lesen Sie auch?“ fragte ich sofort.
„Ja, ich lese natürlich! Ich habe hier ein geheimes Buch. Warte mal!“ Er zog irgendetwas Eckiges aus seiner Aktentasche. Es war ein altes Buch mit dem großen Hamburger Wappen darauf. Der Führer Manfred hatte erzählt, dass nur ein Buch fehlen würde, dann wäre der Bücherturm höher als der Rathausturm. Olaf Scholz hatte wohl heimlich zugehört. Er reichte mir das alte Buch und ich legte es vorsichtig auf den Bücherturm. Die Glocken begannen zu läuten. Der Turm war jetzt höher als das ganze Rathaus! Aber, was war das? Der obere Teil des Bücherturmes begann zu schwanken und einzelne Bücher fielen herunter. Der Turm wackelte und schließlich brach er vor unseren Augen zusammen.
„Nein!“ rief ich, als ich den riesigen Bücherhaufen auf dem Platz vor dem Rathaus von oben sah. Zum Glück hatte sich niemand wehgetan. Der Bürgermeister blickte mich erschrocken an.
Nach einer Weile erholte er sich und meinte: „Eigentlich ist es ganz gut, dass der Bücherturm zusammen gebrochen ist. Jetzt können alle Kinder sich ein Buch nehmen und zu Hause lesen.“
„Ja!“, antwortete ich, „Bücher sind schließlich zum Lesen da!“

Lewin Buttgereit, Klasse 4 f, Fridtjof-Nansen-Schule


Entführung
(aus Spinnensicht erzählt Tom von Tristan)

„Ding dong!“ – „ Gääähhn!“ Ich wache auf. Ich bin eine Spinne und lebe in der Uhrenkammer im Rathaus. Die Turmuhr schlägt gerade 12 Mal in der Nacht.
„Das nervt! Dass die Glocke immer so laut sein muss!“ denke ich und will gerade in eine saftige Fliege beißen, als ich ein Motorengeräusch höre. Ein Lastwagen auf den Rathausplatz, mitten in der Nacht? Es steigen drei Männer aus und gehen mit Pistolen auf den Bürgermeister zu, der gerade nach einer langen Sitzung aus dem Rathaus kommt. Sie fesseln ihn und schleppen ihn in den Lastwagen.
Ich rufe: „Stehn geblieben!“ und springe auf das Dach des Lastwagens. Ich muss mich ganz doll fest halten, weil das Auto sich nicht an die Straßenregeln hält und über rote Ampeln fährt. Sie halten schließlich an einem großen Haus im Wald an und sperren Olaf Scholz in einen dunklen Raum. Ich seile mich ab und krabble zu ihm. Dann fahren sie wieder weg und lassen den Bürgermeister und mich zurück. Als der Motor nicht mehr zu hören ist, wird Olaf Scholz wieder bewusst.
Ich frage ihn: „Soll ich Ihnen helfen?“
„Ja!“ sagt der Bürgermeister.
Also binde ich ihm die Fesseln ab und wir suchen die Tür. Aber die ist verschlossen. Ich krieche schnell durch das Schlüsselloch und hole Hilfe.
Ja, manchmal ist es ein Vorteil, wenn man klein ist. Ich finde den Schlüssel und öffne die Tür. Wir werden von der Polizei zurück ins Rathaus gebracht und der Bürgermeister bedankt sich bei mir.

Tristan Schaper, Klasse 4 f, Fridtjof-Nansen-Schule


6a Turmgeschichten mit Tisa

Die Rathausturm-Spinne Rebecca erzählt
(ein Spinnenkrimi von Celina und Emma)

Gestern Abend, als ich mein Netz spannte und meinen Freunden beim „Spinne, ärgere dich nicht“ zuschaute, passierte etwas Spannendes. Ich hörte Schritte. Aber es geschah nichts. Also hängte ich mich an einen Faden und schwang mich vom Rathausturm runter. Durch ein Fenster sah ich eine schwarze Gestalt. Ich glaube, es war das Zimmer vom Bürgermeister. Aber der Mann, der dort war, war nicht der Bürgermeister! Ich wusste nicht genau, was der Mann da wollte, aber ich hatte eine Vermutung. Der Bürgermeister hatte nämlich eine Pizza auf seinem Schreibtisch liegen lassen. Vielleicht wollte der Einbrecher ja ein Stück? Jetzt schimmerte etwas Goldenes in seiner Hand. Ah, jetzt wusste ich, was der stehlen wollte: Die goldene Uhr vom Bürgermeister! Plötzlich hörte ich wieder Schritte. Da kam noch jemand! Es war der Bürgermeister selber. Der Einbrecher versteckte sich unter dem Schreibtisch und rührte sich nicht. Der Bürgermeister setzte sich auf seinen Schreibtischstuhl und biss lässig von einem Stück Pizza ab. Da bemerkte er ein Geräusch. Er stand auf und wollte nachschauen – aber da wurde er schon von hinten von einem Klemmbrett k.o. geschlagen und fiel zu Boden. Der Einbrecher lief weg und plötzlich sah ich ihn nicht mehr. Zum Glück gehöre ich zu einer der seltenen Spinnenarten, die mit Menschen reden können. Also krabbelte ich zur Putzfrau, die spät abends noch die Vorhalle wischte, und lockte sie in das Bürgermeisterzimmer. Es war schwer, weil sie mir nicht glauben wollte, aber meine einzige Chance. Als sie den bewusstlosen Olaf Scholz sah, erschrak sie und rief sofort die Polizei an. Wenig später kam der Krankenwagen und der Bürgermeister erwachte. Die Polizei suchte das ganze Rathaus ab, aber fand den Einbrecher nicht. Da hatte ich eine Idee: Ich krabbelte so schnell ich konnte auf die Spitze des Rathausturmes und suchte von dort aus den Rathausplatz ab. Tatsächlich entdeckte ich den Einbrecher: Er lag auf dem Dach eines Kioskes. Mit meiner Hilfe schnappte die Polizei den Einbrecher. Als es dem Bürgermeister wieder besser ging, kam er zu mir hoch in den Rathausturm und bedankte sich für die Rettung. Er schenkte mir ein Glas mit Fliegen und versprach, dass er mir ein Zimmer im Turm einrichten würde und ich für immer bleiben darf.

Celina Henning und Emma Forgac, Klasse 4 f, Fridtjof-Nansen-Schule

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